Kontierungs-Agent
Sachkonto, Kostenstelle und Steuercode regelbasiert zuordnen - mit LLM-Unterstützung bei Interpretationsfällen.
Ordnet eingehende Rechnungen dem richtigen Sachkonto, der korrekten Kostenstelle und dem passenden Steuercode.
Prozess analysieren lassen
Sachkonto-Validierung per Regeln, LLM-Klassifikation nur bei unklaren Leistungsbezeichnungen
Der Agent ordnet Eingangsrechnungen Sachkonto, Kostenstelle und Steuercode deterministisch gegen den Kontenplan und die §15-UStG-Matrix zu und nutzt LLM-Klassifikation nur dort, wo die Leistungsbezeichnung nicht auf einen Standardfall passt.
Ergebnis: Bis 90 Prozent der Rechnungen ohne manuelle Kontierung, Durchlaufzeit von 6 auf unter 1 Minute pro Beleg und eine dokumentierte Vorsteuer-Entscheidung je Vorgang.
Die Aufteilung zwischen Regelweg und KI-Klassifikation folgt einer klaren Logik:
24.000 Euro Nachzahlung pro Betriebsprüfung durch falsche Kontierung
Falsche Kontierung kostet bei jeder Betriebsprüfung fünfstellig
Kleinst- bis Mittelbetriebe zahlen nach einer Betriebsprüfung im Durchschnitt 24.000 EUR nach. Bei Umsatzsteuer-Sonderprüfungen steigt dieser Wert auf rund 25.000 EUR pro Betrieb. In über der Hälfte aller Prüfungen kommt es zu Nachforderungen. Die häufigste Ursache: fehlerhafte Kontierung. Falsches Sachkonto bedeutet falscher Steuerausweis. Falscher Steuerausweis bedeutet versagter Vorsteuerabzug. Versagter Vorsteuerabzug über mehrere Jahre summiert sich schnell in den sechsstelligen Bereich.
Das Problem ist nicht Nachlässigkeit. Ein Unternehmen mit 10.000 Eingangsrechnungen pro Monat trifft 10.000 Kontierungsentscheidungen - jeden Monat. Bei manueller Verarbeitung liegt die Fehlerquote laut Institute of Finance and Management (IOFM) bei rund 2 %. Das sind 200 Rechnungen monatlich, bei denen Sachkonto, Kostenstelle oder Steuercode nicht stimmen. Jede einzelne ist ein Befund, den ein Betriebsprüfer aufgreifen kann.
Zehn Entscheidungen pro Rechnung - jede mit steuerlicher Wirkung
Kontierung wird häufig als Erfassungsschritt behandelt. In Wirklichkeit ist sie eine Kette von zehn Einzelentscheidungen, die jeweils unterschiedliche Rechtsfolgen auslösen.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Rechnung über Beratungsleistungen eines EU-Dienstleisters geht ein. Die Buchhaltung muss entscheiden: Welches Sachkonto? Welche Kostenstelle? Welches Profit Center? Reverse Charge nach §13b UStG oder reguläre Umsatzsteuer? Vorsteuerabzug zulässig? Liegt der Betrag über der GWG-Grenze? Muss periodengerecht abgegrenzt werden? Erst wenn alle Teilentscheidungen korrekt sind, stimmt der Buchungssatz.
Jede dieser Entscheidungen folgt einer eigenen Logik. Die Sachkonto-Zuordnung ergibt sich aus der Leistungsbeschreibung und dem Kontenplan. Der Steuercode folgt dem UStG. Die Aktivierungspflicht folgt HGB und EStG. Wer eine Entscheidung isoliert betrachtet, übersieht die Wechselwirkungen. Wer sie als Ganzes manuell trifft, braucht Erfahrung, Konzentration und Zeit - bei jeder einzelnen Rechnung.
Regelbasiert kontieren, nur Interpretationsfälle eskalieren
Der Decision Layer zerlegt jeden Kontierungsprozess in diese zehn Entscheidungsschritte und definiert für jeden: Regelwerk, KI oder Mensch. Bei der Kontierung fällt die Verteilung deutlich aus. Neun von zehn Schritten sind regelbasiert lösbar. Steuercode-Bestimmung nach UStG, Vorsteuerabzugsprüfung nach §15, GWG-Schwellenwerte nach EStG §6 Abs. 2, Periodenabgrenzung nach HGB §250 - das sind deterministische Entscheidungen mit eindeutigem Ergebnis.
Der eine Schritt, der KI-Unterstützung braucht, ist die Interpretation. Wenn die Leistungsbeschreibung auf einer Rechnung lautet “Projektunterstützung Q3” und der Kontenplan 15 mögliche Sachkonten kennt, reicht ein Regelwerk nicht. Hier bewertet das Sprachmodell auf Basis historischer Kontierungen, welches Konto passt - und gibt einen Confidence-Score ab. Liegt der Score unter dem definierten Schwellenwert, eskaliert der Agent an einen Sachbearbeiter. Liegt er darüber, bucht er automatisch.
Das Ergebnis: Die Buchhaltung bearbeitet nicht mehr 10.000 Rechnungen. Sie bearbeitet die 300, bei denen der Agent sich nicht sicher genug ist. Der Rest läuft durch - geprüft, kontiert, dokumentiert.
Jede Kontierung wird zum Prüfungsnachweis
Der Betriebsprüfer fragt nicht, ob eine Kontierung richtig ist. Er fragt, warum sie so und nicht anders getroffen wurde. Genau hier liegt die Schwäche manueller Buchhaltung: Die Begründung existiert nur im Kopf des Sachbearbeiters, der die Rechnung vor acht Monaten bearbeitet hat.
Der Agent dokumentiert für jede Kontierung den vollständigen Entscheidungspfad: angewandtes Sachkonto mit Begründung, Steuercode mit UStG-Referenz, Kostenstelle, Confidence-Score und ob die Entscheidung automatisch oder manuell getroffen wurde. Das entspricht den GoBD-Anforderungen an die Verfahrensdokumentation. Der Prüfer sieht nicht ein Ergebnis. Er sieht den Weg dorthin - für jede einzelne der 120.000 Rechnungen im Jahr.
Die Kontenplan-Engine als Fundament für alle Buchungsagenten
Kontierung ist der erste Schritt in der Kreditorenbuchhaltung, aber nicht der einzige. Reisekosten, Bewirtungsbelege, Anlagenzugänge, Rückstellungen, Abgrenzungen - jeder dieser Prozesse braucht dieselbe Grundlogik: Leistung zu Sachkonto zu Steuercode. Wer diese Zuordnung für die Kontierung sauber aufbaut, baut die Infrastruktur für jeden weiteren Buchungsagenten mit auf.
Das Mapping-Framework, das der Kontierungs-Agent nutzt, wird zum Standardbaustein. Die Confidence-Bewertung und das Eskalationsmuster - automatisch buchen oder an einen Menschen übergeben - werden zur Blaupause. Nicht jeder Finance-Agent muss die Frage neu beantworten, wie er mit Unsicherheit umgeht. Der Kontierungs-Agent beantwortet sie einmal, und alle anderen bauen darauf auf.
Micro-Decision-Tabelle
Wer entscheidet bei diesem Agent?
10 Entscheidungsschritte, aufgeteilt nach Decider
Sachkonto-Zuordnung Welches Sachkonto passt zur Leistungsbeschreibung? Regelwerk WP/BP
Standard-Zuordnung über SKR03/04, bei Interpretation LLM-Unterstützung
Entscheidungsakte
Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.
Anfechtbar durch: WP/BP
Kostenstellen-Zuordnung Welche Kostenstelle trägt die Kosten? Regelwerk
Aus Bestellung regelbasiert, aus Freitext LLM-unterstützt
Entscheidungsakte
Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.
Profit-Center-Zuordnung Welches Profit Center wird belastet? Regelwerk
Ableitung aus Kostenstelle nach Mapping-Tabelle
Entscheidungsakte
Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.
Steuercode bestimmen 19%, 7%, innergemeinschaftlich, Reverse Charge oder steuerfrei? Regelwerk WP/BP
UStG-Regeln deterministisch angewandt
Entscheidungsakte
Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.
Anfechtbar durch: WP/BP
Vorsteuerabzug prüfen Ist der Vorsteuerabzug nach §15 UStG zulässig? Regelwerk WP/BP
Deterministische Prüfung gegen §15 UStG
Entscheidungsakte
Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.
Anfechtbar durch: WP/BP
Aktivierungspflicht prüfen Liegt der Betrag über 800 EUR netto? GWG oder Anlagevermögen? Regelwerk WP/BP
HGB/EStG-Schwellenwerte deterministisch
Entscheidungsakte
Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.
Anfechtbar durch: WP/BP
Periodenabgrenzung prüfen Muss ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten gebildet werden? Regelwerk WP/BP
HGB §250 - Zahlung vor Leistungszeitraum
Entscheidungsakte
Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.
Anfechtbar durch: WP/BP
Buchungsvorschlag erstellen Wie lautet der vollständige Buchungssatz? Regelwerk
Zusammenführung aller Kontierungsentscheidungen
Entscheidungsakte
Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.
Confidence-Bewertung Wie sicher ist die Kontierung? KI-Agent
LLM bewertet die eigene Sicherheit bei interpretierten Feldern
Entscheidungsakte
Anfechtbar: Ja - vollständig dokumentiert, durch Menschen überprüfbar, Einspruch über formalen Prozess.
Routing Auto-Buchung oder Eskalation an Sachbearbeiter? Regelwerk
Confidence-Schwelle bestimmt den Pfad
Entscheidungsakte
Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.
Entscheidungsakte und Anfechtbarkeit
Jede Entscheidung, die dieser Agent trifft oder vorbereitet, wird in einer vollständigen Entscheidungsakte dokumentiert. Betroffene (Mitarbeiter, Lieferanten, Prüfer) können jede einzelne Entscheidung einsehen, nachvollziehen und anfechten.
Passt dieser Agent zu Ihrem Prozess?
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Prozess analysieren lassenGovernance-Hinweise
Steuerlich besonders sensitiv - falsche Kontierung führt direkt zu falschem Steuerausweis. Relevante Vorschriften: §15 UStG (Vorsteuerabzug), §4 Abs. 5 EStG (nicht abzugsfähige Betriebsausgaben), HGB §250 (Rechnungsabgrenzung), EStG §6 Abs. 2 (GWG). Bei der Betriebsprüfung ist die Kontierung ein Schwerpunktthema. Der Decision Layer dokumentiert jede Kontierungsentscheidung mit angewandter Regel und Version - das Finanzamt sieht nicht nur das Ergebnis, sondern den Entscheidungspfad.
§203 StGB-relevante Daten werden Ende-zu-Ende verschlüsselt und nie im Klartext an KI-Modelle übergeben.
Beitrag zur Verfahrensdokumentation
Bewertung
Voraussetzungen
- ERP-System mit Kontenplan (SKR03/04 oder individuell)
- Kostenstellenstruktur mit Zuordnungsregeln
- Aktuelle Steuerkennzeichen-Tabelle
- Historische Kontierungsdaten für LLM-Training (mind. 12 Monate)
Infrastruktur-Beitrag
Der Kontierungs-Agent baut die zentrale Kontenplan-Engine auf. Das Mapping-Framework (Leistung zu Sachkonto zu Steuercode) wird von jedem buchenden Agent im Katalog wiederverwendet: Reisekosten, Bewirtung, Anlagenzugang, Rückstellungen, Abgrenzungen. Die Confidence-Bewertung und das Auto-Buchung/Eskalation-Pattern werden zum Standard für alle Buchungsagenten.
Was diese Erstbewertung enthält: 9 Slides für Ihr Führungsteam
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- 1
Titelfolie - Prozessname, Entscheidungspunkte, Automatisierungspotenzial
- 2
Executive Summary - FTE-Freisetzung, Kosten pro Vorgang vorher/nachher, Break-Even-Datum, Kosten des Wartens
- 3
Ausgangslage - Transaktionsvolumen, Fehlerkosten, Wachstumsszenario mit FTE-Vergleich
- 4
Lösungsarchitektur - Mensch - Regelwerk - KI-Agent mit konkreten Entscheidungspunkten
- 5
Governance - EU AI Act, GoBD/HGB, Audit Trail - mit Ampelstatus
- 6
Risikoanalyse - 5 Risiken mit Eintrittswahrscheinlichkeit, Auswirkung und Gegenmaßnahme
- 7
Roadmap - 3-Phasen-Plan mit konkreten Kalenderdaten und Go/No-Go
- 8
Business Case - 3-Szenarien-Vergleich (Nichtstun/Neueinstellung/Automatisierung) plus 3×3-Sensitivitätsmatrix
- 9
Diskussionsvorschlag - Konkrete nächste Schritte mit Zeitplan und Verantwortlichkeiten
Enthält: 3-Szenarien-Vergleich
Nichtstun vs. Neueinstellung vs. Automatisierung - mit Ihrem Gehaltsniveau, Ihrer Fehlerquote und Ihrem Wachstumsplan. Die eine Slide, die Ihr CFO als erstes sehen will.
Berechnungsmethodik anzeigen
Stundensatz: Jahresgehalt (Ihre Eingabe) × 1,3 AG-Anteil ÷ 1.720 Jahresarbeitsstunden
Einsparung: Vorgänge × 12 × Automatisierungsrate × Minuten/Vorgang × Stundensatz × Economic Factor
Qualitäts-ROI: Fehlerreduktion × Vorgänge × 12 × EUR 260/Fehler (APQC Open Standards Benchmarking)
FTE: Eingesparte Stunden ÷ 1.720 Jahresarbeitsstunden
Break-Even: Benchmark-Investition ÷ monatliche Gesamteinsparung (Effizienz + Qualität)
Neueinstellung: Jahresgehalt × 1,3 + EUR 12.000 Recruiting pro FTE
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Kontierungs-Agent
Erstbewertung für Ihr Führungsteam
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Rechnungen nach Freigabematrix, Budget und Lieferantenstatus automatisch routen.
Rechnungseingangs-Agent
Eingehende Rechnungen lesen, prüfen und GoBD-konform archivieren - ohne manuelle Erfassung.
Häufige Fragen
Funktioniert der Agent auch mit individuellen Kontenplänen?
Ja. Der Agent arbeitet mit SKR03, SKR04 und individuellen Kontenplänen. Die Mapping-Tabelle wird einmalig konfiguriert. Das LLM lernt aus historischen Kontierungen - je mehr Daten, desto höher der Confidence-Score.
Was passiert bei einer falschen Kontierung?
Der Agent erstellt immer einen Vorschlag, nie eine finale Buchung ohne Prüfmöglichkeit. Bei niedrigem Confidence-Score eskaliert er automatisch. Jede Kontierung ist über die Entscheidungsakte nachvollziehbar und kann korrigiert werden.
Wie geht der Agent mit Reverse-Charge-Rechnungen um?
Reverse Charge wird regelbasiert über den Lieferantenstamm (EU-Ausland, Drittland) und die Leistungsart erkannt. Der Agent wendet §13b UStG automatisch an und erstellt die Buchung für Umsatzsteuer und Vorsteuer.
Was passiert als Nächstes?
30 Minuten
Erstgespräch
Wir analysieren Ihren Prozess und identifizieren den optimalen Startpunkt.
1 Woche
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